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10 Schritte zur eigenen Photovoltaikanlage

Bei Planung und Bau einer Photovoltaikanlage sind verschiedene wichtige Aspekte zu beachten. Im Folgenden sind die 10 entscheidenden Schritte für den Bau einer Photovoltaikanlage aufgeführt.

Die Energieversorger sind nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verpflichtet, Solarstrom zu den geltenden Einspeisevergütungssätzen (siehe Tabelle unten) abzunehmen. Mit der Novellierung des EEG vom 01.04.2012 wurde die Einspeisevergütung für Solarstrom neu geregelt: Neben einer generellen Anpassung der Tarife sinkt die Einspeisevergütung nun monatlich um ein Prozent des jeweiligen Vormonatswertes. Ab sofort gilt das folgenden Vergütungssystem:

Die Wahl eines geeigneten Installationsunternehmens ist im Rahmen der Umsetzung einer Photovoltaikanlage eine der wichtigsten Punkte. Dabei ist nicht nur die fachgerechte Installation der Anlage als solche ein wichtiger Aspekt, sondern auch die Begleitung des Unternehmens in der Vorbereitung der Anlage und als zuverlässiger Ansprechpartner während der Laufzeit Ihrer PV-Anlage. Im Allgemeinen ist es hilfreich, bis zu drei Vergleichsangebote von Photovoltaikunternehmen in Ihrer Region einzuholen, um sowohl die Preise als auch die Servicebereitschaft der jeweiligen Unternehmen abschätzen zu können. Darüber hinaus können Erfahrungswerte aus dem eigenen Umfeld eine Entscheidungsgrundlage sein. Eine vollständige Liste der vor Ort geführten Installationsunternehmen finden Sie bei Ihrer Handwerkskammer.

Belange des Denkmalschutzes und örtlicher Gestaltungssatzungen sowie der Statik der untersuchten Gebäude wurden im Rahmen der Solarpotentialanalyse nicht begutachtet und sind vor Ort zu prüfen. Eine erste Einschätzung zu statischen Grundlagen erhalten Sie von Ihrem Installationsunternehmen. Ggf. empfiehlt es sich einen Statiker hinzuzuziehen.

Informationen zum Denkmalschutzstatus Ihres Gebäudes sowie ggf. zu örtlichen Gestaltungssatzungen erhalten Sie bei Ihrer Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung. Darüber hinaus bedarf die Errichtung einer privaten Photovoltaikanlage keiner Baugenehmigung.

Sollte Ihr Dach asbestbelastet sein, kann dies die Installation einer Solaranlage verhindern. Bitte fragen Sie Ihren Installateur für weitere Informationen.

Die Menge des in Deutschland produzierten Sonnenstroms wächst nach wie vor. Ende 2011 meldete die Bundesnetzagentur eine bundesweit installierte Kapazität von rund 25 Gigawatt. Damit die Menge des eingespeisten Stroms die Stabilität der Stromnetze nicht gefährdet, ist für PV-Anlagen aller Größen seit 2012 ein Einspeisemanagement vorgeschrieben. Je nach Größe Ihrer PV-Anlage kommen drei verschiedene Systeme in Frage:

4.1 Leistungsbegrenzung auf 70 %

Bei kleineren Photovoltaikanlagen bis zu einer installierten Nennleistung von maximal 30 kW haben Sie die Wahl zwischen zwei Systemen des Einspeisemanagements: Entweder Sie wählen die ferngesteuerte Leistungsbegrenzung (siehe Punkt 2) oder die Leistungsfähigkeit der Anlage wird auf 70 % der installierten Modulleistung begrenzt. Bei der 70 %-Variante dürfte eine Anlage mit einer installierten Nennleistung von z.B. 10 kW noch maximal 7 kW in das Stromnetz einspeisen. Die Leistungsspitzen werden im Wechselrichter gekappt. Je nach Ausrichtung des Daches können so zwischen 2 und 9 % der Einspeisevergütung entfallen. Die folgende Abbildung zeigt die Auswirkungen dieser Regelung an einem Beispieltag:

Die 70 %-Variante eignet sich in der Regel für Standorte mit einer eher ungünstigen Ausrichtung (z.B. Ost- oder Westdächer). Hier wird die maximale Leistung der Anlage ohnehin nur sehr selten erreicht, so dass dennoch fast der gesamte Strom eingespeist werden kann. Insbesondere Standorte mit einer sehr günstigen Ausrichtung (Süddächer) erreichen deutlich öfter ihr Leistungsmaximum. Hier sollte eher die ferngesteuerte Leistungsbegrenzung gewählt werden (vgl. Punkt 2). Generell ist bei der 70 %-Variante zu beachten, dass es im Gegensatz zur ferngesteuerten Leistungsbegrenzung keinen Anspruch auf Entschädigung der nicht eingespeisten Strommenge gibt.

4.2 Ferngesteuerte Leistungsbegrenzung

Die ferngesteuerte Leistungsbegrenzung ist für Anlagen bis 30 kW eine Alternative zur 70 %-Variante und für Anlagen zwischen 30 und 100 kW verpflichtend. Bei dieser Regelung kann der Netzbetreiber die PV-Anlage im Falle von Netzüberlastungen ferngesteuert herunter regeln. Dafür kommt bei den Netzbetreibern üblicherweise ein Funk-Rundsteuersignal zum Einsatz – ähnlich dem Signal von Funkuhren. Ein entsprechender Rundsteuerempfänger muss vom zuständigen Netzbetreiber erworben werden. Die Preise hierfür können je nach Anbieter von ca. 250,- € bis hin zu 1.000,- € variieren. Kommt ein anderer Übertragungsstandard, wie z.B. GPRS-basierte Fernwirktechnik zum Einsatz, können auch leicht 2.000,- € erreicht werden. In den meisten Fällen ist zusätzlich eine Anlagenkommunikationseinheit (z.B. SolarLogTM PM+) erforderlich, die das Signal des Rundsteuerempfängers in entsprechende Steuerbefehle zur Absenkung der Einspeisung für die Wechselrichter übersetzt. Typisch für diese Absenkung sind Stufen von 100 %, 60 %, 30 % und 0 % der eingespeisten Leistung. Als kostengünstigere Variante ist auf Empfehlung des Forums Netztechnik / Netzbetrieb im VDE (FNN) auch die Verbindung des Rundsteuerempfängers mit einem einfachen AC-Schutz denkbar, was die Schaltzustände 100 % und 0 % erlaubt – vorausgesetzt der Netzbetreiber unterstützt dies.

4.3 Ferngesteuerte Leistungsbegrenzung und Abrufung Ist-Einspeisung

Zusätzlich zur ferngesteuerten Leistungsbegrenzung müssen Anlagen mit über 100 kW installierter Leistung nach § 6 Abs. 1 EEG dem Netzbetreiber auch die Möglichkeit bieten, die aktuelle Ist-Einspeisung abzurufen. In der Regel erfolgt dies durch eine Lastgangmessung mit Fernauslesung. Der entsprechende Lastgangzähler kann bei den meisten Netzbetreibern gemietet werden.

Wichtig: Wenn der Fall eintritt, dass der Netzbetreiber Gebrauch von der ferngesteuerten Leistungsbegrenzung macht (gilt für Punkt 2 und 3), steht dem Anlagenbetreiber nach § 12 EEG eine Entschädigung von 95 Prozent der dadurch entgangenen Einnahmen zu. Sollten die entgangenen Einnahmen mehr als ein Prozent der Jahreseinnahmen betragen, wird er zu 100 Prozent entschädigt.

Für den Betrieb Ihrer Photovoltaikanlage benötigen Sie eine Einspeisegenehmigung vom zuständigen Energieversorger. Die Bearbeitungszeit und ggf. durchzuführende Netzmessungen können bis zu maximal acht Wochen in Anspruch nehmen. Anschließend muss eine Anmeldung der Photovoltaikanlage erfolgen, die in der Regel von Ihrem Installationsbetrieb in Zusammenarbeit mit Ihnen durchgeführt wird. Im Allgemeinen ist es empfehlenswert, im Zuge der Planung, Umsetzung und Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage in Kontakt mit Ihrem Energieversorger zu bleiben, damit Sie stets über den aktuellen Stand der Bearbeitung informiert sind.

Ihre Hausbank berät Sie gerne über verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten. Eine Option ist dabei die eigene PV-Anlage über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zu finanzieren, die zinsgünstige Kreditmodelle speziell für Photovoltaikanlagen anbietet. In der Regel hält Ihre Hausbank darüber hinaus aber auch eigene Kreditangebote für Sie bereit, die noch attraktiver sein können. Die Beantragung und Abwicklung des Finanzierungspaketes erfolgt dabei vollständig mit und über Ihre Hausbank. Mit Hilfe der vorliegenden Wirtschaftlichkeitsberechnung aus dem Solardachkataster wird dabei ein auf Ihre persönliche Situation angepasster Finanzierungsplan erstellt. Ein Besuch bei Ihrer Bank lohnt sich also in jedem Fall!

Es ist in jedem Fall ratsam, Ihre Photovoltaikanlage gegen etwaige Schäden (Sturm, Hagel, Feuer) zu versichern. Dieser Schritt ist zwar optional, sollte jedoch in jedem Fall erfolgen! Viele Versicherer bieten dazu individuelle Lösungen an. Der persönliche Ansprechpartner Ihrer Versicherung kann Sie dahingehend beraten. Bei weitergehenden Fragen kontaktieren Sie Ihren Installateur.

Als Betreiber einer Photovoltaikanlage müssen Sie ggf. ein Gewerbe anmelden. Wenn die Anlage beispielsweise gemeinschaftlich betrieben werden soll, ist dies in jedem Fall empfehlenswert. Dazu gibt es eine einfache Rechtsform (GbR zur Stromerzeugung), die beim lokalen Gewerbeamt angemeldet wird. Die Anmeldung ist unkompliziert und kann durch den Steuerberater erfolgen. Wollen Sie die Anlage als Einzelperson betreiben, hängt es vom lokalen Gewerbeamt ab, ob Sie ein Gewerbe anmelden müssen oder nicht. Hier empfiehlt es sich mit Ihrem lokalen Gewerbeamt Kontakt aufzunehmen.

Wichtig: Ob eine GbR gegründet wird oder nicht, die gezahlte Umsatzsteuer erhalten Sie in jedem Fall innerhalb weniger Wochen vom zuständigen Finanzamt zurück! Dazu sollten Sie sich unbedingt mit Ihrem Finanzamt in Verbindung setzen.

Vor der Inbetriebnahme ist die Photovoltaikanlage der Bundesnetzagentur zu melden. Das entsprechende Meldeformular können Sie unter www.bundesnetzagentur.de beziehen. Bei Fragen kann sicher auch Ihr Installateur weiterhelfen.

Zum Abschluss aller Arbeiten steht die Inbetriebnahme der PV-Anlage an. Dazu wird ein vor Ort Termin vereinbart an dem Sie als Betreiber der Anlage sowie Vertreter des Energieversorgers und des Installationsunternehmens teilnehmen. Der Ablauf wird üblicherweise vom Installationsunternehmen vorbereitet und vor Ort begleitet. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Inbetriebnahme ist die PV-Anlage am Netz und produziert Strom.

10 Schritte zur eigenen Solarthermieanlage

Im Folgenden sind die 10 wichtigsten Schritte aufgelistet, die für die Planung und den Bau einer Solarthermieanlage beachtet werden sollten.

Grundsätzlich lassen sich zwei Typen von solarthermischen Anlagen unterscheiden: Anlagen zur Brauchwassererwärmung und Anlagen zur Heizungsunterstützung. Die wichtigste Entscheidung die Sie also im Vorfeld der Installation treffen müssen, ist die Frage ob Sie neben der Erwärmung des Brauchwassers (Warmwasser) zusätzlich auch eine Heizungsunterstützung wünschen.

Entscheidend für die Beantwortung dieser Frage ist neben den eigenen Erwartungen an die Anlage auch, ob für eine Anlage mit Heizungsunterstützung genug Platz auf dem Dach ist (vgl. Schritt 2). Darüber hinaus ist zu klären, ob die vorhandene Heizanlage mit der geplanten Solaranlage kompatibel ist. Am besten fragen Sie Ihr Installationsunternehmen, ob sich Ihr System für die Integration einer solarthermischen Anlage eignet.

Anlagen zur Brauchwassererwärmung werden bei Ein- und Zweifamilienhäusern üblicherweise so dimensioniert, dass sie durchschnittlich 60 % des jährlichen Warmwasserbedarfs decken können (Deckungsgrad). In einem Vierpersonenhaushalt mit mittlerem Komfortanspruch entspricht das etwa 4,5 m² Kollektorfläche bei einer Südost- bis Südwestausrichtung und einer Dach- bzw. Kollektorneigung von 30 bis 50°.

Soll zusätzlich die Raumheizung unterstützt werden, steigt der Kollektorflächenbedarf auf die 1,8 bis 2,5-fache Fläche. Da sich der Heizbedarf im Gegensatz zum eher gleichbleibenden Warmwasserbedarf stärker auf die Winter- und Übergangsjahreszeit konzentriert, empfiehlt sich hier auch eine steilere Dach- bzw. Kollektorneigung, um die flacher stehende Sonne besser nutzen zu können.

Belange des Denkmalschutzes und örtlicher Gestaltungssatzungen sowie der Statik der untersuchten Gebäude wurden im Rahmen der Solarpotenzialanalyse nicht ermittelt und sind vor Ort zu prüfen.

Informationen zum Denkmalschutzstatus Ihres Gebäudes sowie ggf. zu örtlichen Gestaltungssatzungen erhalten Sie bei Ihrer Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung. Darüber hinaus bedarf die Errichtung einer thermischen Solaranlage keiner Baugenehmigung.

Ihr Dach muss in der Lage sein eine solarthermische Anlage über die lange Betriebszeit zu tragen. Eine erste Einschätzung zu statischen Grundlagen erhalten Sie von Ihrem Installationsunternehmen. Ggf. empfiehlt es sich zusätzlich einen Statiker hinzuzuziehen.

Sollte Ihr Dach asbestbelastet sein, kann dies die Installation einer Solaranlage verhindern. Bitte fragen Sie Ihren Installateur für weitere Informationen.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien. Abhängig von der Erfüllung verschiedener Kriterien werden hier thermische Solaranlagen – meist bezogen auf die Kollektorfläche – bezuschusst. Eine Liste der förderfähigen Kollektoren und Solaranlagen finden Sie hier.

Bei Ihrer Hausbank können Sie zinsgünstige Darlehen und auch Tilgungszuschüsse der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen. Fragen Sie Ihren Installateur oder in Ihrer Gemeinde auch nach regionalen Fördermöglichkeiten.

Die Wahl eines geeigneten Installationsunternehmens ist im Rahmen der Umsetzung einer thermischen Solaranlage ein wichtiger Punkt. Dabei ist nicht nur die fachgerechte Installation der Anlage als solche ein zentraler Aspekt, sondern auch die Begleitung des Unternehmens in der Vorbereitung der Anlage und als zuverlässiger Ansprechpartner während der Laufzeit Ihrer Solaranlage.

Um eine auf Ihre persönlichen Bedürfnisse zugeschnittene Anlage zu erhalten, bedarf es einiger umfassender Anpassungen an diverse Einflussfaktoren und Ihr Nutzungsverhalten. Daher sollte der Installateur die Dimensionierung der Solaranlage anhand einer Wärmebedarfsrechnung vornehmen, die Ihren Heizkomfort und Warmwasserbedarf genauso berücksichtigt, wie die Wärmedämmung des Gebäudes oder die Funktionsweise der Heizung. Diese komplexen Abstimmungen werden inzwischen durch bewährte Simulationssoftware unterstützt. Darüber hinaus sollte das Installationsunternehmen Sie auch in Bezug auf Fördermöglichkeiten eine Solaranlage beraten können.

Lassen Sie sich im Zweifel Referenzanlagen des Installationsunternehmens zeigen, oder fragen Sie nach Bestandskunden, die bereits eine solche Anlage betreiben. Vielleicht gibt es auch schon Erfahrungen in Ihrem persönlichen Umfeld.

Die solarthermische Anlage stellt einen Wert dar, der grundsätzlich auch abgesichert werden sollte. Häufig ist eine thermische Solaranlage als Zubehör für die Heizungsanlage schon in die bestehende Wohngebäudeversicherung eingeschlossen. Sie sollten sich dies im Zweifelsfall jedoch schriftlich von Ihrem Versicherer bestätigen lassen und die abgedeckten Risiken genau prüfen. Darüber hinaus gibt es auch speziell auf solarthermische Anlagen zugeschnittene Versicherungen.

Nach erfolgter Installation Ihrer Solaranlage sollten Sie sich ein vollständiges Inbetriebnahmeprotokoll aushändigen lassen, das die korrekte Ausführung der vereinbarten Leistungen dokumentiert. Auf Grundlage dieses Protokolls lassen sich spätere Inspektionsarbeiten planen und Messwerte, Maße und Einstellungen abgleichen. Des Weiteren sollten Sie sich sämtliche Datenblätter und Handbücher der verwendeten Komponenten aushändigen und in die Grundfunktionen der Anlage einweisen lassen.

Sollten Sie die BAFA-Förderung in Anspruch nehmen, benötigen Sie zusätzlich noch eine Fachunternehmererklärung mit Angaben über das Installationsunternehmen und die installierte Anlage.

Vom Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V. (BDH) wird eine Nachkontrolle der Solarthermieanlage kurz nach deren Inbetriebnahme empfohlen, um frühzeitig Mängel aufzudecken, die langfristig eine Beschädigung der Anlage nach sich ziehen könnten. Um einen Betrieb von 20 Jahren und mehr zu gewährleisten, empfiehlt es sich zudem, einen Inspektionsvertrag mit dem Installationsunternehmen abzuschließen, der eine jährliche Inspektion und alle drei bis sechs Jahre eine intensivere Wartung umfasst.